#18 – „Weihnachten“ in anderen Religionen

Islam

Der höchste Feiertag im Islam ist das Opferfest. Es dauert 4 Tage und ist der Höhepunkt des Haddsch, der Wallfahrt nach Mekka. Der Prophet Ibrahim wurde von Allah aufgefordert seinen Sohn zu Opfern, sein Vertrauen in Gott war so groß dass er es gemacht hätte, wenn Gott nicht eingeschritten wäre und ihm erlaubt hätte stattdessen ein Tier zu opfern. Genau das gehört seitdem zum Opferfest, die Opferung eines Tieres. Nicht überall ist das so einfach erlaubt. In Deutschland braucht man dafür eine Ausnahmegenehmigung.

Das zweite große Fest im Islam ist das Zuckerfest. Das Zuckerfest ist der Abschluss des Fastenmonats Ramadan. Den ganzen Tag über (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) wird gefastet und weder gegessen noch getrunken. Nach Sonnenuntergang trifft man sich zum gemeinsamen Essen. Alle gesunden Muslime ab Beginn der Pubertät sollen diese 30 Tage fasten. Wer kann nimmt sich Urlaub.

Für die Mädchen mit denen ich gesprochen habe ist das Zuckerfest wichtiger und schöner. Sie entwickeln Mitgefühl für die Menschen die Tag für Tag in der Hitze leben und nichts bis wenig zu essen haben. Es ist hart und sie halten es nicht immer durch und holen die Tage an denen sie nicht fasten konnten (aufgrund von Unwohlsein, schulischen Anforderungen etc.) im Winter nach. Das ist für sie einfach viel greifbarer wie das irgendwie grausamere opfern eines Tieres. Geschenke spielen bei beiden Festen keine Rolle.

Euch kommt die Geschichte von Ibrahim und seinem Sohn bekannt vor? Darf sie, wir kennen sie vermutlich als die Opferung von Isaak, dem Sohn Abrahams im 1. Buch Mose, Kapitel 22.

Judentum

Ziemlich zeitgleich mit Weihnachten feiern die Juden Chanukka, das Lichterfest. Es dauert 8 Tage und erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem.

Im Tempel sollte dauerhaft die Menora, der siebenarmige Leuchter, brennen. Nach Kämpfen war jedoch nur noch Öl für einen einzigen Tag vorhanden. Die Herstellung von neuem Öl dauerte 8 Tage. Auf wundersame Weise brannte der Leuchter mir dem vorhandenen Öl trotzdem 8 Tage lang. Deswegen steht heute an Chanukka der Leuchter im Mittelpunkt. Jeden Abend wird ein Licht mehr angezündet. Oftmals hat der Leuchter 9 Arme. Der neunte Arm ist der Diener, mit diesem werden die anderen Lichter entzündet. Davor wird gebetet. Außerdem wird gesungen, die Chanukka-Geschichte erzählt, zusammen gegessen und gespielt. Die Kinder bekommen Geschenke, Süßigkeiten und jeden Tag ein paar Münzen, die sie aber auch für wohltätige Zwecke verwenden sollen.

Buddhismus

Ebenfalls Geschenke, Kerzen und geschmückte Straßen hängen mit dem Vesakh-Fest zusammen. Hier wird der Geburtstag von Siddharta Gautama, seine Erleuchtung und der Eingang Buddhas ins Nirwana gefeiert. Allerdings findet das Fest im Sommer statt. Hier wird ebenfalls gefastet.

Hinduismus

Zu Beginn des Frühlings feiern die Hindus Holi, den Sieg des Guten über das Böse und begrüßen den Frühling. An diesem Tag feiern alle gemeinsam und vergessen die strengen Kastenregeln. Man bewirft sich gegenseitig mit buntem Farbpulver, manchmal wird das zu einer richtigen Farb- und Wasserschlacht.

Krishna Janamaschtami ist das Fest zur Ehren des Gottes Krishna, hier wird sein Geburtstag gefeiert und dass er auf die Welt kam um die Menschen zu retten. Die Priester übergießen an diesem Tag Krishnastatuen, die ihn als Kind darstellen, mit Milch oder Sahne und reinigen sie. So wird er wie ein königlicher Gast behandelt.

Das größte Fest der Hindus ist Kumbh Mela. Das findet allerdings nur alle 3 Jahre statt und abwechselnd in 4 Städten. Denn einer Legende zufolge haben sich die Götter um einen Krug mit dem Trank der Erleuchtung gestritten, der bei dem Streit zerbrach. Doch 4 Tropfen gelangen auf die Erde, genau auf die Standorte der 4 Städte. Kumbh Mela dauert mehrere Wochen, die Hindus pilgern in die jeweilige Stadt und steigen in den dortigen Fluss. Das mehrmalige Untertauchen im Fluss dient der Reinigung von allem Bösen und Schlechtem.

An Makar Sankranti wird die Wintersonnenwende gefeiert. Hier werden viele Süßigkeiten gegessen und verschenkt.

 

Die Feste der anderen Religionen sind nicht abschließend und stellen nur eine kleine Auswahl dar. Wenn ihr mehr wissen wollt könnt ihr zum Beispiel hier weiterlesen.

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